Butendiek

Projektphasen

Projektphase I

Zunächst wurde der Antrag von den maßgeblichen Trägern öffentlicher Belange vorgeprüft. Als nächster Schritt erfolgte die Antragskonferenz am 5.7.2001 vor dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Themen waren grundsätzliche Fragen zur Genehmigungsfähigkeit und dem Stand der vorgenommenen Prüfungen und Gutachten. So sind z. B. bezüglich der Schiffssicherheit eine Risikoanalyse sowie ein entsprechendes Sicherheitskonzept erforderlich.

Am 18. Dezember 2002 wurde Butendiek die Baugenehmigung durch das BSH (Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie) in Hamburg erteilt. Damit hat Butendiek die nötige Rechtssicherheit, um die weiteren Planungen vorantreiben zu können.

Vor Baubeginn, während der Bauphase und nach der Inbetriebnahme des Windparks sind umfangreiche Beobachtungen der Umwelt (Vögel, Fische, Schweinswale, Benthos) erforderlich. Damit wird sichergestellt, dass eventuell auftretende Veränderungen in der Umwelt frühzeitig erkannt werden und darauf reagiert werden kann.

In der so genannten "Umweltverträglichkeitsstudie" (UVS) wurden während der Planungsphase über einen Zeitraum von 3 Jahren (2001-2004) alle relevanten Umweltparameter im Planungsraum und auf Referenzflächen untersucht. Mit Baubeginn startet dann ein begleitendes mehrjähriges Monitoringprogramm aller relevanten Umweltparameter zu den Bautätigkeiten und dem Betrieb der Anlagen.

Projektphase II

Die Projektphase I (Planungsphase) endet mit dem Abschluss der Vergabeverhandlungen und der grundsätzlichen Finanzierbarkeitszusage. Diese wurde im 2. Halbjahr 2005 erwartet.

Im Herbst 2005 wurde deutlich, dass die Preissteigerungen für WEA, Fundamente und Kabel, zusätzliche Anforderungen der Baufirmen an die Technikausstattung sowie die hohen Anforderungen der Banken bezüglich Gewährleistungen, Bürgschaften und anderen Sicherheiten zu so hohen Preissteigerungen geführt haben, dass ein rentabler Betrieb auf Basis der Einspeisevergütung von 9,1 Cent je KWh nicht möglich ist.

Wir haben daraufhin die Verhandlungen mit den beteiligten Firmen eingefroren und mit verschiedenen Verbänden intensiv gearbeitet an einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ein erster Erfolg war der Beschluss der Bundesregierung im Jahr 2006, dass die Netzanbindungskosten bis zum Offshore-Windpark durch den zuständigen Netzbetreiber zu übernehmen sind.

Für die Finanzierung von Butendiek durch die Banken war eine weitere Voraussetzung notwendig: Wir benötigten einen Generalunternehmer, der für den Bau und Betrieb aller Gewerke die Gesamtverantwortung übernimmt. Wir haben daher seit Beginn des Jahres 2006 Verhandlungen mit potentiellen strategischen Partnern geführt, die diese Bankenanforderungen erfüllen konnten. Der strategische Partner muss die umfangreichen Risiken für den Bau, die Inbetriebnahme und die Finanzierung von Butendiek übernehmen.

Dafür erhält er die Chance, an einem der interessantesten Offshore-Projekte Deutschlands beteiligt zu werden, know how zu erwerben und dies ggfls. für weitere Projekte zu nutzen.
Butendiek würde folgende Vorteile aus einer solchen Partnerschaft ziehen:
  • die Bau-, Inbetriebnahme- und Finanzierungsrisiken werden auf den strategischen Partner verlagert
  • Kapitalerhöhung und Fremdfinanzierung für unseren Teil des Windparks werden auf eine sehr viel gesichertere Grundlage gestellt 
  • die wirtschaftlichen Chancen und Risiken werden für die Butendiek-Gesellschafter viel kalkulierbarer, da jeder die Entscheidung zur Beteiligung erst treffen muss, wenn der Windpark läuft. 
  • unsere Grundidee eines Bürger-Windparks bliebe erhalten

Nach monatelangen Verhandlungen mit mehreren deutschen und europäischen Firmen haben wir uns für eine strategische Partnerschaft mit der irischen Firma Airtricity entschieden. Airtricity ist 1997 gegründet worden und beschäftigt sich ausschließlich mit der Produktion und dem Verkauf von regenerativer Energie, im wesentlichen aus Windkraft. Airtricity hat aktuell ca. 250 MW Leistung in Betrieb und ca. 400 MW im Bau. Offshore-Erfahrung hat Airtricity seit dem Jahr 2003 durch den Bau und Betrieb des irischen Windparks Arklow Bank (7 x General Electric à 3,6 MW). Weitere Informationen zu Airtricity im Internet unter www.airtricity.com.

Am 29.11.2006 wurden die "Grundlagen einer Zusammenarbeit" (Heads of Terms) zwischen Butendiek und Airtricity unterzeichnet. Bis zum Frühjahr 2007 wurden die umfangreichen Verträge für die Zusammenarbeit ausgearbeitet. Die Gesellschafter von Butendiek haben diesen Verträgen und dem Einstieg des strategischen Partners im Juni 2007 mit einer qualifizierten Mehrheit von fast 98 % aller Gesellschafter zugestimmt. Airtricity wird jetzt die weitere Projektentwicklung in Abstimmung mit Butendiek übernehmen und bezahlen.

Im Februar 2008 hat der schottische Energiekonzern Scottish Southern & Energie (SSE) die Firma Airtricity übernommen. Airtricity wird als eigenständige Tochtergesellschaft das gesamte Geschäft mit regenerativen Energien weiterbetreiben.

Bei den weiteren Projektarbeiten geht es um folgende Bereiche:

- Reservierung von Windenergieanlagen: Mit Siemens wurde im Mai 2009 ein Vorvertrag über die Lieferung von 80 WEAs mit einer Leistung von je 3,6 MW,  in der Summe 288 MW unterschrieben.

- Abstimmung mit der E.on, dass der Netzanschluss rechtzeitig bei Inbetriebnahme zur Verfügung steht.

- Gespräche mit den politischen Gremien über die zukünftige Vergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz: Diese wurden im Sommer 2008 erfolgreich abgeschlossen. Die Vergütung für alle Offshore-Projekte, die bis 2014 in Betrieb genommen werden, beträgt 15 cent/KWh.

Im Herbst 2009 hat die britische Regierung die Vergütung für Offshore-Strom um 3 Cent auf ca. 18 Cent/KWh erhöht. Damit wurde die Planung von Offshore-Windparks in England schlagartig deutlich interessanter als in Deutschland.
SSE hat sich daher entschieden, die Planung an Butendiek einzustellen und das Projekt zum Verkauf anzubieten.
SSE hat sich mit uns für wpd als Käufer entschieden.
Bis zum 25. Oktober 2010 haben die Butendiek-Gesellschafter Gelegenheit, über das Verkaufsangebot abzustimmen. Sofern das Angebot mit der notwendigen Mehrheit angenommen wird, gehen alle Rechte am Projekt Butendiek an wpd.
wpd wird das Projekt dann bis zur Baureife weiterentwickeln. Der Bau von Butendiek kann ab dem Jahr 2012/2013 erfolgen.
Ob eine spätere Beteiligung der Butendiek-Gesellschafter möglich ist, wird von wpd geprüft.