Butendiek

Newsletter 1/2008

Newsletter Nr. 1/2008

Liebe Butendieker,

zunächst wünschen wir Ihnen ein gesundes und frohes neues Jahr und erwarten, dass das Jahr 2008 Butendiek der Realisierung einige Schritte näher bringt. Wir geben Ihnen mit diesem Newsletter einige Infos zu der Entwicklung unseres Projektes Butendiek während der letzten sowie einen Ausblick für die nächsten Monate.

1. Butendiek – Airtricity

Airtricity hat mittlerweile zwei Mitarbeiter für das Projekt Butendiek fest eingestellt:

-Martin Huss als Gesamtprojektleiter. Martin Huss war vorher Geschäftsführer für den Offshore-Installationsspezialisten A2SEA Deutschland, davor Projektchef bei Vestas Deutschland.
-Ole Stobbe, zuständig für die technische Bearbeitung. Ole Stobbe war vorher für die Beratungsgesellschaft Lahmeyer International sowie die Fa. Ecofys als Berater für Offshore-Projekte tätig.
Beide Mitarbeiter arbeiten in unserem Husumer Büro und werden von uns unterstützt.
Airtricity hat weiterhin mit Tilman Schwencke einen Mitarbeiter für die politische Arbeit in Berlin und Brüssel eingestellt. Tilman Schwencke war vorher als Referent für die SPD-Europaabgeordnete Mechthild Rothetätig.
Seit dem 1. Januar 2008 arbeitet mit Carsten Corino, früher Leiter der Unternehmens-entwicklung von Repower, ein vierter Mitarbeiter für Airtricity. Carsten Corino wird für das weitere zukünftige Deutschland-Geschäft von Airtricity verantwortlich sein.
Insgesamt also ein bedeutender Vertrauensvorschuss von Airtricity in das zukünftige deutsche On– und Offshore-Geschäft, wobei die Realisierung von Butendiek eine Schlüsselrolle einnimmt.

2. Airtricity intern

Der weltweite Boom der Erneuerbaren Energien hat offensichtlich auch zu einem stark gestiegenen Wert der Gesellschaft Airtricity geführt: Im Oktober 2007 hat Airtricity sein Nordamerika-Geschäft für ca. 1,4 Mrd. US-Dollar an die e.on verkauft.
Die Mehrheitsgesellschafter von Airtricity (NTR 51%, Ecofin 16%) haben daraufhin beschlossen, Verkaufsverhandlungen für die restliche Airtricity Holding mit dem gesamten On– und Offshore-Geschäft in Europa und China einzuleiten. Die Minderheitsgesellschafter (u. a. auch die uns bekannten Vorstandmitglieder) von Airtricity sind laut deren Gesellschafts-verträgen verpflichtet, ihre Anteile mit zu verkaufen. Diese Verkaufsverhandlungen sind am 04. Januar 2008 mit der Annahme des Kaufangebotes des schottischen Energiekonzerns Scottish and Southern Energy (SSE) für insgesamt ca. 1,5 Mrd. Euro abgeschlossen worden.

SSE ist ein Energiekonzern, der sein Geschäft im wesentlichen mit den Bereichen Stromerzeu-gung und -versorgung, Speicherung und Versorgung mit Erdgas sowie Telekommunikation betreibt. SSE beschäftigt ca. 13.500 Mitarbeiter und hat einen Börsenwert von ca. 19 Mrd. Euro. SSE ist der größte britische Erzeuger von erneuerbaren Energien (1.500 MW Wasserkraft, 162 MW Windenergie). Mit dem Kauf von Airtricity wird SSE diese Position deutlich ausbauen. Airtricity soll als eigenständige Firma im Konzern erhalten bleiben. Auch das Offshore-Geschäft von Airtricity soll wie geplant umgesetzt werden.

Diese Entwicklung war für uns vollkommen überraschend und nicht vorhersehbar.

Für Butendiek ergeben sich rein rechtlich allerdings keine Änderungen: SSE übernimmt mit dem Kauf von Airtricity alle Verpflichtungen von Airtricity. Wir behalten unsere Rechte (Einstiegsoptionen bis zu 50% nach Sicherung der Gesamtfinanzierung bzw. nach Fertigstellung von Butendiek, open books etc.) Wirtschaftlich gesehen bedeutet der Einstieg von SSE eine weitere Stärkung des Projektes, da SSE die Finanzierung leichter umsetzen kann als Airtricity.

Weitere Infos zu SSE und Airtricity bitten wir den folgenden links zu entnehmen:

www.scottish-southern.co.uk sowie www.airtricity.com

3.  Projektentwicklung Butendiek

3.1 Windenergieanlagen (WEAs)

Ein Schwerpunkt der Arbeit der vergangenen Monate waren Gespräche mit den WEA-Herstellern, um Reservierungen für bis zu 80 Anlagen zu erhalten. Diese Gespräche haben die extrem schwierige Offshore-Situation in Deutschland bestätigt:
-Die Anlagenhersteller sind mit Aufträgen aus der ganzen Welt für Jahre ausgelastet.
-Die Kostensteigerungen gerade für Offshore-Anlagen halten unvermindert an.
-Das bisherige deutsche EEG mit einer Vergütung von 9,1 cent/KWh für die ersten 12 Jahre kann nicht zu einer positiven Rendite führen.
-Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Erhöhung auf 14 cent/KWh (bei Fertigstellung bis Ende 2013) wird frühestens im Sommer 2008 gesetzlich verabschiedet werden. Solange hier keine Sicherheit besteht, werden bindende (Vor) Verträge nicht abgeschlossen werden.
-Für die Lieferung von Offshore-WEAs kommen weiterhin nur wenige Hersteller in Frage:

a)  REpower mit der 5 MW-Anlage (z. Zt. 2 WEAs im Offshore-Betrieb)
b)  Siemens mit der 2,3 MW sowie 3,6 MW-Anlage. Airtricity hat mit Siemens einen Vorvertrag über die Lieferung von 140 WEAs à 3,6 MW für das Offshore-Projekt Greater Gabbard abgeschlossen. Der Bau ist in den Jahren 2009/2010 vorgesehen.
c)  Vestas schließt zur Zeit keine Verträge für Offshore-Projekte ab. Grund: Probleme mit der V90 bei den englischen Offshore-Projekten. Vestas hat allerdings die Absicht, nach Behebung der Probleme ab 2010/2011 auch wieder im Offshore-Markt aktiv zu werden.
d)  Multibrid (Prokon Nord) hat mittlerweile zwei WEAs mit je 5 MW Leistung bei Bremerhafen in Betrieb. In diesem Jahr sollen die ersten sechs Offshore-Anlagen für das Testfeld Alpha Ventas vor Borkum aufgestellt werden. Die WEA´s von Multibrid kommen allerdings für Butendiek für die Inbetriebnahme bis 2011 kaum in Frage. Dafür wird Prokon Nord vorrangig eigene Windparks beliefern.

3.2 Netzanbindung

Mit Inkrafttreten des Infrastrukturplanungsbeschleunigungsgesetzes aus dem Jahr 2006 ist der Netzbetreiber (hier die e.on) zuständig für die rechtzeitige Anbindung der Offshore-Windparks an das Netz. Dabei ist es Aufgabe der e.on zu entscheiden, wo der richtige Einspeisepunkt liegt.

Dieses Gesetz entlastet zwar die Windparks von den Kosten der Netzanbindung (ca. 20-25% der gesamten Investitionskosten), hat aber bisher nicht zu einer Beschleunigung geführt. Die Gründe sind vielfältig: zum einen verlangt die e.on von allen Planern bindende Vorverträge über die Lieferung der WEAs, Fundamente, parkinterner Verkabelung und Umspannwerke (damit sie sicher ist, dass der Windpark auch wirklich gebaut wird). Zum anderen hat sich die e.on in unserem Fall immer noch nicht entschieden, ob sie die vorhandene Planung des Netzanschlusses nach Jardelund mit ihren umfangreichen Genehmigungen übernehmen wird, oder ob sie zusammen mit den anderen geplanten Offshore-Parks in der Nordsee per Gleichstrom nach Brunsbüttel gehen wird. Diese Anbindung ist aus unserer Sicht allerdings wesentlich teurer und auch nicht bis 2010 realisierbar.

4. Fazit

es besteht ein hohes Interesse der Politik, deutsche Offshore-Windparks zu realisieren

-die Erhöhung der Vergütung auf 14 cent/kWh wird hoffentlich für eine wettbewerbsfähige Grundlage sorgen
-mit SSE haben wir einen finanzkräftigen und mit Airtricity einen Offshore-erfahrenen Partner
-die Option für Butendiek, sich mit bis zu 50 % am Windpark auf Basis open-books zu beteiligen, bleibt bestehen
-Financial Close (und damit die erste Option für den Einstieg von Butendiek) wird nach heutiger Sicht nicht vor dem 1. Quartal 2009 erfolgen können
-Baubeginn für Butendiek ist weiterhin für 2010, Inbetriebnahme im Jahr 2011 geplant.

Mit freundlichem Gruß

Ihre Butendieker

 

 

 

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21.09.2011
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23.08.2011
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