Butendiek

Newsletter 4/2005

Liebe Butendieker,

unser letzter Newsletter Nr.  3/2005 vom August 2005 hat  - wie zu erwarten - deutliche Wellen geschlagen. Wir werden weiterhin offen und ehrlich über Chancen und Risiken informieren und sind darin in der Reaktion unserer Gesellschafter auch bestärkt worden.

Es gibt neue Nachrichten über Butendiek sowie über die allgemeine Offshore-Entwicklung:

1. Projektentwicklung

1.1. Gestattung der Kabeltrasse:

Auf der Insel Sylt haben wir lange Zeit den größten Widerstand gegen den von uns beantragten Verlauf der Kabeltrasse gehabt. Nachdem wir im Sommer 2005 eine Alternative zur Verlegung der Kabel über öffentliche Wege der Gemeinde Sylt-Ost gefunden hatten, haben sich die Stadt Westerland und der Landschaftszweckverband der Insel Sylt gegen die Verlegung über öffentliche Wege der Stadt Westerland bzw. der alten Inselbahntrasse ausgesprochen.

Wir freuen uns sehr, dass nach intensiver Beratung sowohl die Stadt Westerland als auch der Landschaftszweckverband im Oktober 2005 den Beschluss gefasst haben, dem von uns beantragten Trassenverlauf zuzustimmen. Damit liegen uns für den gesamten Trassenverlauf auf der Insel sowie auf dem Festland die Zusagen aller Eigentümer vor, die Kabelverlegung für Butendiek zu gestatten!

1.2. Genehmigung der Kabeltrasse:

Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange (TöBs) zum von uns beim Umwelt-ministerium in Kiel eingereichten Antrag zur Genehmigung der Kabeltrasse liegen mittlerweile komplett vor und werden bearbeitet.

Die neue Landesregierung hat zugesichert, dass die Anträge von Butendiek und Dan Tysk zügig bearbeitet werden. Eine Entscheidung ist für das 1. Quartal 2006 zu erwarten.

1.3. Kapitalerhöhung Butendiek

Im letzten Newsletter haben wir angekündigt, dass wir zur Sicherung der Liquidität eine Kapitalerhöhung mit neuen Anteilen mit einem Volumen von bis zu 5 Mio. Euro (20.000 Anteile à 250 Euro) planen.

Wir haben hierzu die Stellungnahme des Germanischen Lloyd (GL) eingeholt. Diese hat umfangreiche Einsicht in die von uns erbrachten Planungsleistungen und Verhandlungsergebnisse sowie die bisher angefallenen Kosten genommen. In seiner Stellungnahme zur Werthaltigkeit kommt der Germanische Lloyd zu dem Ergebnis, dass mit der Kapitalaufstockung eine deutliche Steigerung der Werthaltigkeit von Butendiek erreicht werden kann. Butendiek ist im nationalen Vergleich mit anderen Offshore-Projekten weit fortgeschritten. Der Standort Butendiek ist sehr gut geeignet. Die politischen Rahmenbedingungen (Klimaschutz, Verknappung und Verteuerung der fossilen Energieträger, politische Zielsetzung in Deutschland, EU und weltweit) sprechen für einen Ausbau der Offshore-Windenergie.

Der Gesellschafterausschuss hat die Stellungnahme des GL erhalten und begrüßt das Ergebnis.

Wir möchten dennoch zunächst die Genehmigung der Kabeltrasse und weitere Aussagen der e.on zu der Einspeisung abwarten, bevor wir Ihnen die Risikokapitalerhöhung anbieten – so der gemeinsame Beschluss der Initiatoren und des Gesellschafterausschusses.

1.4. Generalunternehmer für Butendiek:

Eine grundsätzliche Forderung der Banken zur Finanzierung von Butendiek ist die Bereitschaft eines Generalunternehmers (GU), der für den Bau und Betrieb aller Gewerke (WEA, Fundament, Kabel, Umspannwerk) die Gesamtverantwortung übernimmt.

Nachdem Vestas im Sommer 2005 beschlossen hat, diese Funktion - entgegen vorheriger Zusage - nicht zu übernehmen, haben auch andere Anlagenlieferanten erklärt, dass sie wohl Windmühlen liefern wollen, aber keine GU-Rolle übernehmen werden.

Wir müssen uns daher auch mit der Situation befassen, dass wir zumindest für den Bau des Windparks auch die Option der Einbindung eines strategischen Partners prüfen. Das muss für unsere Zielsetzung „Betrieb eines Bürger-Windparks“ nicht schädlich sein, wie das sehr erfolgreiche Modell des dänischen Bürger-Windparks Middelgrunden im Hafen von Kopenhagen zeigt.

Der Gesellschafterausschuss hat der Prüfung dieser Option zugestimmt.

2. Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen:

Die deutliche und auch von uns durch Verhandlungsergebnisse belegbare Aussage, dass unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Kosten der WEA´s, Fundamente  und Netzanschluss, Entfernung zur Küste und Wassertiefe sowie Vergütung der Energie nach EEG) keine ausreichende Rendite zu erzielen ist, wird mittlerweile auch von Politikern geteilt.

U. a. hat der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, Dietrich Austermann, gefordert, dass die Netzanbindungskosten für Offshore-Windparks durch die Netzbetreiber zu übernehmen sind.

Auch auf Bundesebene haben CDU und SPD die Notwendigkeit der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Offshore erkannt.

Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag unter Abs. 5.2:

„Ein wichtiges Element unserer Klimaschutz- und Energiepolitik ist der ökologisch und ökonomisch vernünftige Ausbau der erneuerbaren Energien.

Wir werden daher:  ... uns auf die Erneuerung alter Windanlagen (Repowering) und die Offshore-Windstromerzeugung konzentrieren und dafür die Rahmenbedingungen (zum Beispiel Ausbau der Stromnetze) verbessern“

Wir unterstützen die Forderung, dass zumindest die Netzanbindung der ersten, küstennahen Windparks durch die Netzbetreiber übernommen wird. (Hinweis: Auf der offshore-Konferenz in Kopenhagen im Oktober 2005 ist von allen europäischen Ländern, die offshore planen, diese Forderung vorgebracht worden. In Dänemark ist es gesetzlich so geregelt!)

Weitere Möglichkeiten, um die Kosten-Ertrags-Problematik für die deutsche Offshore-Entwicklung zu lösen, werden von uns mit der Landes- und Bundespolitik diskutiert (z.B. Erhöhung der Vergütung für die ersten Offshore-Windparks, Zinszuschuss etc).

Solche Lösungsansätze sind aber nicht von heute auf morgen zu erwarten. Das bedeutet, dass wir alle mit einer deutlichen Verzögerung der Umsetzung des Projektes rechnen müssen!

Fazit:

- Das Projekt Butendiek entwickelt sich weiter.

- Die Vollgenehmigung steht bevor.

- Die Kostenproblematik ist auch von der Politik erkannt.

- Lösungen für die Offshore-Windenergie müssen daher auch von der Politik kommen. Wir arbeiten an konstruktiven Vorschlägen.

- Mit dem Bau von Butendiek wird nicht mehr im Jahr 2006 begonnen werden.

- Als Trost bleibt die Feststellung, dass die Technik sich weiter entwickelt und die Erfahrungen aus dem Bau und Betrieb der dänischen, englischen und irischen Windparks in der Nordsee uns zu Gute kommen!

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit sowie ein erfolgreiches Jahr 2006.

Mit freundlichen Grüßen aus Husum, der Welthauptstadt für Windenergie.

Ihre 9 Gründungsgesellschafter von Butendiek

 

 

 

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