Nesletter 3_2005
Liebe Butendieker,mit diesen Informationen machen wir eine Bestandsaufnahme, was wir erreicht haben, wo wir aktuell stehen, was es noch zu tun gibt und wie wir das finanzieren wollen.
1. Was haben wir erreicht?
1.1 Kabeltrasse
Nachdem die Gemeinde Sylt-Ost uns mehrfach die Genehmigung zur Verlegung der Kabel in öffentlichen Wegen verweigert hat, haben wir gemeinsam mit dem Nationalparkamt und dem Amt für ländliche Räume (ALR) eine Trasse auf Sylt gefunden, die nicht über öffentliche Wege im Gemeindegebiet Sylt-Ost sondern z.T. auf der Innenseite des Außendeiches bzw. an der Wattkante bei Morsum verläuft.
Diese Trasse ist bei dem zuständigen Umweltministerium in Kiel zur Genehmigung eingereicht worden.
Parallel dazu wurde der Antrag für die Landtrasse um ein zweites Kabel sowie ein eigenes Umspannwerk für Butendiek in Jardelund bei Flensburg ergänzt. Damit haben wir die Option, den Bau und Betrieb zeitlich unabhängig von unserem Partner GEO mit seinem geplanten Windpark Dan Tysk durchzuführen.
Diese Anträge liegen z. Zt. den Trägern öffentlicher Belange (TöBs) zur Stellungnahme vor.
Wir hoffen auf eine Erteilung der Trassengenehmigung im 4. Quartal 2005.
1.2 E.ON Einspeisegenehmigung
Nach der Trassengenehmigung erwarten wir anschließend die Einspeisegenehmigung der E.ON Netz-GmbH für unsere 240 MW Einspeiseleistung.
1.3 Baugenehmigung, Bankenanforderungen, Versicherbarkeit
Wir haben eine rechtswirksame Baugenehmigung für Butendiek, die mittlerweile bis zum 1. Oktober 2008 verlängert wurde.
Angebote für alle Gewerke (Windenergieanlage, Fundamente, Netzanbindung) liegen uns vor. Diese sind noch nicht endverhandelt.
Ebenfalls liegen uns die umfangreichen Bankenanforderungen für die Finanzierung unseres Windparks vor.
Die grundsätzliche Versicherbarkeit ist uns bestätigt worden.
2. Aktuelle Probleme
2.1 Generalunternehmer-Vertrag
Eine Voraussetzung für die Finanzierbarkeit von Butendiek ist es, einen Generalunternehmer (GU) zu finden, der für den Bau und Betrieb aller Gewerke (WEA, Fundamente, Kabel, Umspannwerke) die Gesamtverantwortung übernimmt.
Nachdem Vestas im Frühjahr 2005 die grundsätzliche Bereitschaft hierzu erklärt hatte, ist es aber nicht zu einer entsprechenden Vereinbarung gekommen.
Auch die anderen beteiligten Firmen (Fundamente, Netzanschluss) sind aktuell nicht bereit bzw. in der Lage, als GU die Gesamtverantwortung für das Projekt zu übernehmen.
Wir haben daraufhin die Verhandlungen zunächst eingefroren - und nutzen nun die Möglichkeit, mit anderen Anlagen-lieferanten zu sprechen.
2.2 Preisentwicklung
Die Preissteigerungen (insbesondere Stahl für WEAs und Fundamente), zusätzliche Anforderungen der beteiligten Baufirmen an die technische Ausstattung sowie die hohen Anforderungen der Banken bzgl. Gewährleistungen, Bürgschaften und anderen Sicherheiten haben zu deutlichen Preiserhöhungen geführt, sodass wir zur Zeit mit Gesamtinvestitionskosten in Richtung 500 Mio. € rechnen müssen.
Folge: Ein Bau des Windparks ist mit diesen hohen Kosten auf Basis der aktuellen Einspeisevergütung schwer möglich! Für den Anleger würde die mögliche Rendite auf ca. 3 – 5 % p.a. sinken. Damit wäre es unwahrscheinlich, dass die Kommanditisten ihr Eigenkapital in Höhe von € 5.000 je Anteil zur Verfügung stellen. Denn wenn man schon das Risiko „Offshore“ eingeht, dann muss es auch eine Chance geben, dass das Kapital eine bessere Rendite erzielt als z.B. bei einer risikolosen Bundesanleihe.
Wir werden daher die Kapitalerhöhung auf € 5.000 je Anteil jetzt nicht anbieten!
3. Was können wir jetzt tun?
Butendiek hat mehrere Handlungsalternativen:
- Verkauf aller Rechte. Voraussetzung: Gesellschafterbeschluss mit einer Mehrheit von 75 % der abgegebenen Stimmen.
- Einfrieren der Rechte nach Erhalt der Vollgenehmigung.
- Suche nach neuen Partnern (andere Anlagenlieferanten, strategische Partner)
4. Aussichten und Empfehlungen
Offshore-Windkraft wird nach Ansicht aller führenden Politiker auch in Deutschland realisiert werden. Schließlich haben alle anderen umliegenden Länder (Schweden, Dänemark, England, Irland) bereits Offshore-Erfahrung und wollen sie noch ausbauen.
Deutschlands Offshore-Windparks haben allerdings schwierigere Rahmenbedingungen (weiter weg von der Küste, tieferes Wasser, z.T. Netzanbindung).
Von den weiteren acht genehmigten deutschen Offshore-Projekten in der Nord- und Ostsee befindet sich immer noch keines im Bau. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass auch die Inhaber der übrigen Projekte (i.d.R. große Energiekonzerne) unter den aktuellen Gegebenheiten keine ausreichende Rendite erwarten.
Eine Voraussetzung für die Realisierung von Offshore-Windparks in Deutschland müsste demnach eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sein (z.B. Netzanschlusskosten, Zuschüsse, Vergütung nach dem EEG).
Wir glauben weiterhin, dass Offshore-Windparks in Deutschland gebaut werden, auch wenn es vielleicht erst ab 2007 oder 2008 der Fall sein wird.
Da Butendiek von den genehmigten deutschen Projekten mit die besten Standortbedingungen hat, bleibt es unser Ziel, die Vollgenehmigung (incl. Kabeltrasse und Einspeisevertrag E.ON) zu erreichen. Damit verbessern wir die wirtschaftlichen Chancen des Projektes und den Wert der Anteile.
Ein möglicher Verkauf des Projektes oder die Einbeziehung eines strategischen Partners im jetzigen Stadium wird von uns derzeit nicht empfohlen; dies ginge später immer noch.
5. Wie finanzieren wir diese kommende Phase?
Butendiek benötigt zusätzliches Kapital für die weiteren Planungsarbeiten im Bereich einer rechtssicheren Vollgenehmigung, da das im Jahr 2001 eingeworbene Risikokapital aufgebraucht ist.
Sofern wir mit einem anderen Anlagenlieferanten weiterplanen, benötigen wir dieses Kapital ebenfalls, um gegebenenfalls weitere Bodenproben zu ziehen und die zusätzliche technische Bearbeitung sicherzustellen. Bei einem späteren Baubeginn sind weitere Umweltuntersuchungen einzuplanen.
Mit neuem Kapital erhält Butendiek darüber hinaus eine stärkere Verhandlungsposition für die Zukunft.
Daher prüfen wir eine Kapitalerhöhung mit neuen Anteilen mit einem Volumen von bis zu 5 Mio. Euro, um die Planungsphase abzuschließen zu können.
Zur Absicherung werden wir vorher die Stellungnahme eines unabhängigen Instituts einholen, ob die Weiterentwicklung des Projektes in dieser Form sinnvoll ist.
Wir werden danach – mit Zustimmung des Gesellschafter- ausschusses - einen für diese Kapitalerhöhung erforderlichen Prospekt erarbeiten und unseren Gesellschaftern zusenden, sobald die Prüfung abgeschlossen ist. Diese Kapitalerhöhung soll Ende 2005/Anfang 2006 erfolgen.
Das Angebot wird vorrangig an die Altgesellschafter im Verhältnis 1 : 1 erfolgen. Damit werden die bisherigen Anteils- und Stimmrechte gewahrt. Interessenten der Warteliste werden ebenfalls die Möglichkeit erhalten, sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen. Bitte melden Sie sich bei uns, sofern Sie noch nicht Butendieker sind und Interesse haben, an der Kapitalerhöhung teilzunehmen.
Fazit: Trotz der langen Planungszeit (von jetzt schon fünf Jahren) und nicht erwarteten Verteuerungen sind wir überzeugt, dass Butendiek umsetzbar ist.
Hier hoffen wir auf Ihre Unterstützung!
Gerne stehen wir Ihnen für weitere Informationen zur Verfügung.
Ihre neun Gründungsgesellschafter von Butendiek
Hinweis: Besuchen Sie uns auf der Messe HUSUMwind in der Zeit vom 20. – 24. Sept. 2005 - Halle 1, Stand A 14