Newsletter 1/2004
Liebe Butendieker,seit unserem letzten Newsletter vom November 2003 hat sich wieder einiges getan. Darüber möchten wir Sie mit dem heutigen Newsletter informieren.
1. Kabeltrasse
In diesem Monat werden die Genehmigungsunterlagen für die gesamte Kabeltrasse vom Umspannwerk auf der Nordsee bis hin zur Netzanbindung bei Böxlund / Flensburg dem Landes-Umweltministerium und dem BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) zur Prüfung und Genehmigung eingereicht. Die Antragsunterlagen gliedern sich in die folgenden vier Teilbereiche: Umspannwerk bis zur Insel Sylt, Trasse auf der Insel Sylt bis zur Einführung ins Wattenmeer, Trasse durch das Wattenmeer bis zum Festland nördlich des Hindenburgdamms, Landtrasse vom Rickelsbüller Koog bis nach Böxlund / Flensburg. Da es sich um unterschiedliche Bereiche handelt, hat es sehr umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen, Trassenvarianten und Prüfungen von Alternativvorschlägen gegeben. Parallel sind auf einem Großteil der Landstrecke schon Gestattungsverträge für Butendiek eingeholt worden.
Die Zusammenarbeit mit unserem Partner GEO für deren Projekt DanTysk klappt hervorragend. DanTysk wird eine Kapazität von 400 MW haben, sodass insgesamt 640 MW bei Böxlund eingespeist werden sollen. Dies bedingt den Bau von 3 Kabelsträngen zu 240 MW für Butendiek sowie zweimal 200 MW für DanTysk. Die Kabel sollen gleichzeitig verlegt werden, damit das Wattenmeer nur einmal von Bauarbeiten berührt wird.
Die Genehmigung für das Kabel wird im Sommer 2004 erwartet. Die Ausschreibungen für die verschiedenen Gewerke für den Netzanschluss inklusive des Umspannwerkes auf See sind herausgegeben. Wir erwarten die Auftragsverhandlungen und –vergaben für den Netzanschluss bis zur Jahresmitte 2004.
2. Netzanschluss Böxlund
Die e.on hat den Auftrag erhalten, die Netzanschlussbedingungen für den Anschluss an das 380 KV Netz in Böxlund zu ermitteln und uns aufzugeben, sodass der Übergang von unserem 150 KV Netz auf die 380 KV Ebene problemlos erfolgen kann.
Sobald die Kabelgenehmigung vorliegt, erwarten wir die Einspeisereservierung über 240 MW von der e.on.
3. Klagen gegen Butendiek
Im vergangenen Jahr sind 3 Klagen gegen die Baugenehmigung des BSH für Butendiek beim Verwaltungsgericht Hamburg eingereicht worden: die Umweltverbände BUND und Nabu, die Gemeinde Kampen sowie die Erzeugergemeinschaft der Krabbenfischer haben die Baugenehmigung aus unterschiedlichen Gründen beklagt.
Am 1. Dezember 2003 fand vor dem Verwaltungsgericht in Hamburg die Behandlung der Zulässigkeit der Klagen statt.
Mit den Fischereiverbänden haben wir erfreulicherweise eine Einigung erzielen können. Diese Klage ist insofern vor der Verhandlung am 1. Dezember zurückgezogen worden. Vergangene Woche haben wir endlich das erste Urteil zur Zulässigkeit der Klagen von BUND und Nabu erhalten: Die Klage ist abgewiesen! Begründung: Die Verbände sind nach Ansicht des Gerichtes nicht klageberechtigt, da sich die Baugenehmigung auf ein Gebiet in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) bezieht. Dieses Gebiet gehört nicht zum deutschen Hoheitsgebiet. Insofern haben Verbände hier nach Ansicht des Gerichtes auch kein Klagerecht.
Auch wenn den Verbänden grundsätzlich das Recht zum (begründeten) Widerruf zugestanden wird, erwarten wir jetzt ein Einlenken, damit der auch von den Verbänden grundsätzlich begrüßte Offshore-Bürger-Windpark Butendiek zügig realisiert werden kann.
Wir erwarten ein gleiches Urteil auch für die Klage der Gemeinde Kampen.
4. Fundamente
Im Sommer letzten Jahres sind die ersten 6 Probebohrungen und im Dezember 2003 weitere 30 Drucksondierungen im vorgesehenen Baugebiet erfolgt. Das Ergebnis: Es liegt insgesamt ein idealer Baugrund vor mit vorwiegend Sand und Kies als Untergrund. Findlingen oder Torfinseln sind nicht gefunden worden. Der Boden ist insgesamt sehr fest und erscheint gut geeignet für die Monopile-Gründung.
In den letzten Monaten haben umfangreiche Gespräche mit verschiedenen Fundament-Anbietern aus ganz Europa stattgefunden. Die Verhandlungen befinden sich in der Endphase. Wir werden Sie in Kürze über das Ergebnis unterrichten.
5. Umweltuntersuchungen
Obwohl die Baugenehmigung schon 2002 erteilt worden ist, ist während des gesamten Jahres 2003 und wird auch im Jahr 2004 die begleitende Untersuchung der Umwelt im Baugebiet und auch in der weiteren Umgebung fortgeführt.
Diese status-quo- Ergebnisse werden später mit den Untersuchungen während der Bauphase und während des laufenden Betriebes abgeglichen, so dass Erkenntnisse für die Zukunft gesammelt werden können.
6. Entwicklung der V90-3MW-Anlage von Vestas
Nachdem am Prototyp dieser Anlage, die im Mai 2002 in Risum-Lindholm aufgestellt wurde, sehr langfristige und umfangreiche Tests mit vielerlei Erkenntnissen gelaufen sind, ist im Januar 2004 die zweite Anlage in diesem Windpark aufgestellt worden. An dieser Anlage sind einige Verbesserungen vorgenommen worden.
Mittlerweile berichten die Betreiber dieses Windparks erfreulicherweise von sehr guten Ergebnissen sowohl bei Schwachwind als auch bei Starkwind. Diese Anlagen können jederzeit von außen besichtigt werden. Die Anlagen haben die Originalmaße, die auch für Butendiek vorgesehen sind.
7. Beratungen mit den Banken
Mit der KFW und der HSH-Nordbank als verantwortliche Partner für die Fremdkapital-beschaffung haben mehrere umfangreiche Gespräche stattgefunden.
Da es zum heutigen Zeitpunkt nur bedingte Erfahrungen mit Offshore-Windparks gibt, sind die Anforderungen der interessierten Banken aus Sicherheitsgründen recht hoch. Wir hoffen dennoch, dass die Finanzierungszusagen der Banken im Herbst 2004 vorliegen.
8. Eigenkapitaleinwerbung
Sobald alle Genehmigungen und Verträge vorliegen, werden wir einen Prospekt für die Kapitalerhöhung auf insgesamt 100 Millionen Euro vorbereiten. In diesem Prospekt werden wir alle für unsere Gesellschafter notwendigen Daten für die Kapitalerhöhung einbringen. Hierzu zählen Aussagen über die Investitionskosten, Betriebskosten, Einnahmen, Rentabilitätsberechnungen, Sicherheitsabschläge, Windgutachten, Chancen und Risiken, Gesellschaftsverträge etc.
Auf Basis dieses Prospektes kann dann jeder Butendieker entscheiden, ob er bzw. in welcher Höhe er an der Kapitalerhöhung (4.750 Euro je Anteil) teilnimmt.
Das Ziel besteht weiterhin, die Kapitalerhöhung zum Ende des Jahres 2004 durchzuführen. Bitte planen Sie Ihre Liquiditätsanlagen entsprechend.
Verschiedentlich sind wir nach der Möglichkeit der persönlichen Fremdfinanzierung der Kapitalerhöhung gefragt worden. Auch wenn Eigenkapital grundsätzlich nicht fremdfinanziert werden sollte, da das Risiko für den Kommanditisten entsprechend steigt, wird es im Einzelfall zu (Teil)Finanzierungen kommen. Höhe und Konditionen sind aber im wesentlichen von der Bonität des Gesellschafters abhängig. Ob einzelne Banken Standardfinanzierungen anbieten werden, ist zum heutigen Zeitpunkt noch offen.
Sofern alles planmäßig verläuft, werden wir im 1. Quartal 2005 die Aufträge für die Anlagen, die Fundamente und die Kabeltrasse vergeben. Wenn alles klappt, werden im Sommer / Herbst 2005 die ersten Fundamente im Baugebiet Butendiek stehen.
Unser Ziel ist weiterhin, dass im Herbst 2006 alle 80 Anlagen stehen und Strom liefern.
9. Jahresabschluss
Die Unterlagen für den Jahresabschluss 2003 sind bei unserem Steuerberater eingereicht. Wir erwarten, Ihnen noch vor den Sommerferien das steuerliche Ergebnis mitteilen zu können.
10. Novellierung des EEG
In Bundesrat und Bundestag finden in den nächsten Wochen die entscheidenden Sitzungen zur Novellierung des EEG (Erneuerbares-Energien-Gesetz) statt. Es werden für den Offshore-Bereich keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Entwurf vom Herbst 2003 erwartet. Erfreulicherweise ist darin die Zeit für die hohe Vergütung von 9 auf 12 Jahre angehoben worden. Dies stabilisiert Offshore-Projekte insgesamt, was aber auch notwendig erscheint, angesichts der höheren Kosten und Risiken als an Land.
Insofern wünschen wir uns alle, dass das EEG auch in dieser Form verabschiedet wird.