Newsletter 2/2003
Anlagenentscheidung: Vestas soll Butendiek bauen!Nach langer, ergebnisoffener und sehr intensiver Diskussion haben wir uns am 22.09.03, einen Tag vor der Husumer Windmesse, entschieden, unseren Windpark Butendiek von dem Husumer Anlagenhersteller Vestas bauen zu lassen.
Es sollen 80 WEAs vom Typ V90/3MW gebaut werden. Die ersten Anlagen mit einer Nennleistung von jeweils 3 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 90 Meter sind vor einem Jahr in Betrieb genommen worden. Mittlerweile laufen mehrere Anlagen dieses Typs in Deutschland und in Dänemark und werden sehr umfangreichen Tests unterzogen. Vestas wird in den nächsten Monaten weitere Anlagen dieses Typs in Betrieb nehmen. Wir können daher davon ausgehen, dass diese Anlage bei Inbetriebnahme in 2005, u. U. aber auch erst in 2006, auf eine langjährige und sehr umfassende Erfahrung zurückgreifen kann.
Wir haben diese Entscheidung bewusst im Vorfeld der Windmesse getroffen und auch am Eröffnungstag bekannt gemacht, um der Branche, der Politik und der Öffentlichkeit das Zeichen zu geben, dass Butendiek seine Planungen konsequent und verlässlich umsetzt.
Für die Entscheidung zu Gunsten Vestas haben eine Vielzahl von Gründen den Ausschlag gegeben, u.a.
- das Preis-Leistungs-Verhältnis,
- die Offshore-Erfahrung von Vestas,
- Synergieeffekte durch den Bau und Betrieb von Horns Rev in Dänemark,
- die Zusage von Vestas, die Gondeln in Husum bauen zu lassen,
- die Zusage zu einem langfristigen Vollwartungsvertrag,
- sowie die Erfahrung aus den Verhandlungen, dass Vestas dieses Projekt mit sehr viel Herzblut und Entschlusskraft bis zur Entscheidung begleitet hat.
Kurz: Wir glauben, dass Vestas und Butendiek sehr gut zusammenpassen und diese Verlobung (Grundlage ist bisher eine beiderseitige Absichtserklärung, die V90-Anlagen zu bestellen) auch zu einem langfristigen Ehevertrag führt, der über 20 Jahre und länger erfüllt werden kann.
Die Verhandlungen werden jetzt kurzfristig und auch mit den zusätzlichen Beteiligten (Banken, Versicherungen etc) mit noch mehr Druck weitergeführt, sodass wir unseren Zeitplan einhalten können.
2. Verhandlungen mit den Banken
Ein Kernpunkt der Realisierbarkeit von Butendiek ist die Finanzierbarkeit. Projekte mit Fremdkapitalanteil von ca. 300 Mio. Euro müssen sehr sorgfältig vorbereitet werden. Die Bereitstellung des Fremdkapitals erfolgt üblicherweise durch ein Bankenkonsortium.
Wir freuen uns, dass wir mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie die HSH Nordbank AG (Zusammenschluss der ehemaligen Landesbank Schleswig-Holstein und Hamburg) einen Vertrag geschlossen haben, der diesen beiden Banken das Mandat erteilt , die Finanzierung von Butendiek zu strukturieren.
Kurz: Butendiek wird von diesen Banken so aufbereitet, dass es einem zukünftigen Bankenkonsortium als Projektfinanzierung angeboten werden kann. Natürlich sind wir sehr froh, dass wir zwei so erfahrene Partner, die auch sehr gut zu uns und zur Region passen, für diese Aufgabe gewinnen konnten.
3. Klagen gegen Butendiek
Die eingereichten Klagen gegen die Baugenehmigung von Butendiek (von den Naturschutzverbänden NABU und BUND, der Gemeinde Kampen sowie der Erzeugergemeinschaft der Krabbenfischer) sind noch nicht entschieden. Unsere Rechtsanwälte gehen jedoch davon aus, dass die Klagen nicht zugelassen werden.
Wir hoffen, dass wir in Kürze mehr Klarheit haben werden.
4. Fahrt mit den Sylter Politikern und Unternehmern nach Esbjerg und Blavand
Am 18. September 03 sind wir mit ca. 40 Politikern, Unternehmern, Mitarbeitern der Tourismusverbände sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland nach Dänemark gefahren. Ziel war die Besichtigung des dänischen Windparks Horns Rev, ca. 14 km vor der Tourismusgemeinde Blavand sowie die Diskussion, wie die Dänen mit diesem Windpark in der Planungs-, Bau- und jetzt auch in der Betriebsphase umgehen.
Es war auch für unsere Gäste sehr interessant, wie pragmatisch die Dänen den Windpark begleitet haben und aus anfänglicher Besorgnis über negative Auswirkungen auf den Tourismus einen 180 Grad Schwenk gemacht haben und die Umsetzung positive begleitet haben. Ergebnis nach Aussagen des Tourismusdirektors und auch des Bürgermeisters: Es gibt keinerlei negativen messbaren Auswirkungen auf den Langfristurlaub, dafür aber eine erhebliche Zunahme an Tagesurlaubern, die diese Attraktion von der Küste aus sehen wollen.
Wir hoffen, dass diese Erfahrung auch zu einem Stimmungsumschwung auf der Insel Sylt beitragen wird.
5. Jahresabschluss 2002
Die Gesellschafterversammlung der OSB Offshore-Bürger-Windpark Butendiek GmbH & Co. KG hat am 22. August 2003 in den Räumen von Butendiek stattgefunden. Der Jahresabschluss wurde vom Steuerberater Johannsen erläutert. Bilanz und G+V wurden einstimmig verabschiedet.