Newsletter 3/2001
Butendiek: Antragskonferenz mit erfreulichen Ergebnissen!Am Donnerstag, 5. Juli 2001, fand in Hamburg vor dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die mit Spannung erwartete Antragskonferenz des Offshore-Bürger-Windparks Butendiek statt.
„Mit dem Verlauf und den Ergebnissen sind wir zufrieden“, so Wolfgang Paulsen, einer der Geschäftsführer von Butendiek. Unter der fachkundigen Leitung von Christian Dahlke, zuständig beim BSH für Offshore-Planungen und Genehmigungen, waren die Träger öffentlicher Belange aufgefordert, Stellung zum Butendiek-Projekt zu nehmen.
„Natürlich müssen wir in vielen Punkten noch offene Fragen abarbeiten, aber wesentliche, bisher eher kritisch gesehene Aspekte sind vom Tisch“, resümiert Paulsen optimistisch. Insbesondere aus Sicht der Schiffssicherheit ist Butendiek einer der geeignetsten Standorte für Offshore-Windparks in der Nordsee. Auch das Militär kann den Standort und die Bauweise tolerieren.
Das von Butendiek vorgeschlagene und schon seit Herbst 2000 begonnene umfangreiche Untersuchungsprogramm zur Umweltverträglichkeit wurde von den anwesenden Umwelt- und Naturschutzverbänden gelobt. Insbesondere die Entscheidung, nicht nur das eigentliche Planungsgebiet, sondern auch ein größeres Referenzgebiet rund um den vorgesehenen Standort über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren zu untersuchen, fand die Zustimmung der Verbände und Institutionen.
Kritisiert wurde allerdings, dass Butendiek seinen Windpark in einem Vogelschutzgebiet, dem sogenannten IBA (Important Bird Area) plant. Die Grenze des IBA verläuft ca. 60 km westlich von Sylt, während Butendiek ca. 34 km westlich vor Sylt einen Bürgerwindpark errichten möchte.
„Aus unserer Sicht handelt es sich hier mehr um ein naturschutzrechtliches, als um ein fachliches Problem. Deshalb ist die Politik gefordert, schon bald für Planungssicherheit im Interesse aller geplanten Offshore-Projekte zu sorgen“, bewertet Wolfgang Paulsen den Konflikt.
Ohnehin stellt Butendiek mit seinen angepeilten 80 Windkraftanlagen a 3 MW eine Größe dar, die dem von der Politik geforderten Pilotprojekt in der Nordsee sehr entgegenkommt.
Auch hinsichtlich der von verschiedenen Seiten geäußerten möglichen negativen Auswirkungen für den Tourismus ist Butendiek gestärkt aus der Antragskonferenz gegangen. „Wir halten mit unserem Mindestabstand von 34 km zur Insel Sylt die von zwei unabhängigen Tourismusstudien geforderten Abstände von 15 bzw. 26 km zum Strand ein“, so Hans-Detlef Feddersen, einer der neun Gründungsinitiatoren von Butendiek.
Butendiek erwartet nach Abschluß der zweijährigen Umweltverträglichkeitsstudien eine Baugenehmigung bis Ende 2003. Bis spätestens Ende 2006 soll der Windpark dann ans Netz gehen und jährlich 800 Millionen Kilowattstunden Strom liefern. An diesem Bürgerwindpark können sich noch bis zum 31.12.2001 bis zu insgesamt 20.000 Bürger beteiligen. Von den insgesamt 20.000 Anteilen sind bis dato bereits 10.500 Anteile verkauft.