Butendiek

Aktuelles

Baubeginn im Jahr 2013

21.09.2011

Den zuletzt mehr als 8000 Gesellschaftern aus der Region soll ein Angebot zur finanziellen Beteiligung gemacht werden


Der Offshore
-Windpark „Butendiek“ ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die wpd-Gruppe (Bremen) konnte nach intensiven Verhandlungen während des Sommers die endgültigen und vollständigen Verträge aller vier Hauptgewerke für das 288-MW-Projekt unter Dach und Fach bringen.

Die wpd
-Gruppe – Betreiber und Entwickler von Windparks in weltweit 20 Ländern – hatte im September vergangenen Jahres von der SEE Renewables Germany Holdings GmbH (Hamburg) – einer Tochtergesellschaft des britischen Energie-Konzerns Scottish and Southern Energy (SEE) – 100 Prozent der Anteile an der „Butendiek“-Offshore-Windpark-Holding erworben. Die Schotten hatten ihrerseits 2008 das irische Windkraft-Unternehmen Airtricity geschluckt. Die Dubliner waren 2007 eine strategische Partnerschaft mit der nordfriesischen Bürgerwindpark „Butendiek“ GmbH OSB eingegangen, um das 2001 ins Leben gerufene Offshore-Projekt weiter voranzutreiben. Der Versuch, einen solchen Windpark allein mit Gesellschaftern aus der Region – zuletzt 8124 – in der Nordsee zu errichten, hatte sich nämlich als nicht umsetzbar erwiesen. Das Investitionsvolumen war einfach zu hoch.

„Mit Butendiek haben wir ein traditionsreiches, aber zu dem Zeitpunkt leider gestrandetes Projekt übernommen. Nach dem Neustart durch wpd zählt es jetzt zu den interessantesten Offshore-Vorhaben in Deutschland“, erklärte Achim Berge, Geschäftsführer der „wpd offshore“ GmbH. Im Einzelnen wurde mit Siemens die Lieferung von 80 Turbinen der 3,6-MW-Klasse sowie ein Servicevertrag vereinbart. Zeitgleich konnten auch die Fundamente vom niederländischen Hersteller Ballast Nedam, die Umspannplattform von der belgischen Fabricom GDF Suez JV und die Innerpark-Verkabelung seitens der niederländischen Visser Smit Marine Contractor für das rund 1,2 Milliarden Euro teure „Butendiek“-Projekt in der deutschen Nordsee vertraglich gesichert werden, berichtete Berge weiter.

„Nächstes Ziel ist der financial close, die letzte Meile der Finanzierung“, erklärt Martin Lehnhoff, Geschäftsführer der „wpd offshore solutions“ GmbH und mit seinem Team verantwortlich für die Umsetzung des Projektes. Drei Banken waren in die Verhandlungen mit eingebunden, so dass nach Einschätzung von Achim Berge in drei bis vier Monaten das nächste Etappenziel erreicht wird. Nachgedacht wird seinen Angaben zufolge auch weiter darüber, wie die alten „Butendieker“ finanziell mit ins Boot genommen werden können. Verhandlungen laufen jetzt an.

Nach Angaben des „wpd offshore“-Geschäftsführers soll 2013 mit dem Bau der Fundamente für „Butendiek“ 35 Kilometer vor der Sylter Westküste begonnen werden. Der Netzanschluss erfolgt über das Projekt „SylWin 1“, das der niederländische Netzbetreiber Tennet für die bislang vier im „Sylt Cluster“ geplanten Offshore
-Windparks umsetzt (neben „Butendiek“ „Dan Tysk“, „Sandbank 24“ und „Nördlicher Grund“). Von dieser „Hochsee-Steckdose“ soll eine Hochspannungsleitung (Gleichstrom) über 190 Kilometer bis Büsum verlegt werden und dann über 50 Kilometer weitergehen bis Brunsbüttel.Siemens wird die Windkraftanlagen für „Butendiek“ von seinem dänischen Werk in Brande via Esbjerg an die Baustelle transportieren. Die anderen Bauteile werden über die Niederlande verschifft. Noch nicht entschieden ist, welcher Hafen Service-Basis für den „Butendiek“-Windpark wird. „Hörnum und Havneby sind im Gespräch“, sagt Achim Berge. Die Präferenz von wpd ist nach seinen Worten dabei klar: „Wir würden das gerne von Deutschland aus machen, brauchen aber Unterstützung von Hörnum, um den Hafen für die Serviceaufgaben anzupassen.“

Willy-Peter Ström

 

 

 

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