Butendiek

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Butendieker verteidigen mit irischer Hilfe ihr Projekt

01.10.2008

Es sollte ein echter „Bürgerwindpark“ werden – der erste auf dem Meer, allein finanziert von engagierten Menschen, die fest daran glauben, dass der Windkraft die Zukunft gehört. Doch dem „Butendiek“-Projekt, das den Bau von 80 Windturbinen mit insgesamt 300 Megawatt Leistung rund 34 Kilometer westlich von Sylt vorsieht, erging es wie den anderen, mehr als 20 Offshore-Kraftwerken, die vor deutschen Küsten den Wind einfangen und in Ökostrom umwandeln sollen: Kein einziges der ehrgeizigen Projekte ist bislang am Netz. Ihre Baugenehmigung haben die Butendieker zwar schon seit 2002 in der Tasche, und ursprünglich sollte der Windpark bereits 2006 Strom für rund 300000 Haushalte liefern. Doch technische Schwierigkeiten, wirtschaftliche Risiken und explodierende Kosten machten jeden Zeitplan zur Makulatur. Wäre es nicht gelungen, 2006 den irischen Windpark-Betreiber Airtricity als finanzstarken Partner ins Boot zu holen, wäre Butendiek am Ende gewesen. Inzwischen haben die Iren Butendiek komplett übernommen und peilen für 2012 die Fertigstellung an. Ob die Drei- oder Fünf-Megawatt-Anlagen dann auch Strom liefern können, steht jedoch in den Sternen. „Die Frage der Netzanbindung ist noch immer nicht geklärt“, sagt Gründungsgesellschafter Hans Feddersen. Zwar ist E.ON gesetzlich verpflichtet, eine "Steckdose" im Meer zu legen, an die die Windparks angeschlossen werden können. Doch noch sei der Zeitpunkt völlig offen. E.ON will erst dann in teure Leitungen investieren, wenn die Fertigstellung eines Parks gesichert ist, und die Betreiber können erst dann die Anlagen bestellen sowie Hafenkapazitäten für den Bau reservieren, wenn auch die Netzanbindung gewährleistet ist. Feddersen: "Da beißt sich die Katze in den Schwanz." Notfalls aber sei Airticity bereit, Butendiek auch so zu bauen und wegen der entgangenen Einspeisungsvergütung E.ON auf Schadenersatz zu verklagen. Der Frust bei den 8000 Kleinanlegern, die rund fünf Millionen Euro für die Planung von Butendiek aufgebracht haben, sei laut Feddersen begrenzt. Zudem haben die alten Anteilseigener die Möglichkeit, sich mit bis zu 50 Prozent wieder an dem Projekt zu beteiligen.

Kieler Nachrichten vom 10.09.2008