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Strategische Partnerschaft mit Airtricity geplant
01.12.2006
Irisches Unternehmen steigt bei Butendiek ein
Das irische Unternehmen Airtricity soll Detailplanung und Bau des Butendiek-Bürgerwindparks übernehmen. Das wurde in einem Vorvertrag festgeschrieben. Nach der Fertigstellung können die Butendieker bis 50 Prozent der Anteile zurückkaufen.
Nordfriesland/Dublin/th - Vor allem wegen ausufernder Kosten war die Realisierung des Butendiek-Offshore-Projekts ins Stocken geraten - jetzt holen sich das Management des Bürger-Windparks mit dem irischen Unternehmen Airtricity einen finanzstarken Investor an die Seite. In Husum wurden jetzt Vorverträge für die zukünftige Zusammenarbeit unterzeichnet. Für die Butendiek-Gründungsinitiatoren Hans Feddersen und Wolfgang Paulsen geht es dabei um eine "strategische Partnerschaft" wie sie bei einem Pressegespräch in Husum betonten.
Lange hatten die Butendieker auf Druck der Banken nach einem Generalunternehmer Ausschau gehalten, da sie selbst die enorme Investition für die westlich von Sylt geplante Meeres-Windfarm nicht stemmen konnten. Die 1997 gegründete Firma Airtricity kann das. Torben Andersen, Chef der Offshore-Entwicklungsabteilung, beziffert die Realisierungskosten für das Butendiek-Projekt mit einer Leistung von bis zu 300 Megawatt mit 700 bis 800 Millionen Euro.
An einer Übernahme der Gesellschaft der nordfriesischen Offshore-Pioniere sollen auch Stromkonzerne und Finanzinvestoren interessiert gewesen sein. Feddersen ist froh, mit den Iren Partner aus der Windenergie-Branche gefunden zu haben, die eine langfristige Kooperation im Auge haben.
Der Deal zwischen der in Nordfriesland beheimateten GmbH & Co.KG und Airtricity aus Dublin sieht so aus: Das irische Unternehmen, das bereits Rotoren mit 250 Megawatt Leistung am Netz hat, führt das Pilot-Projekt - ausgestattet mit allen Rechten - verantwortlich weiter, trägt laut Wolfgang Paulsen sämtliche Risiken und finanziert die Detailplanung und den Bau bis zur Inbetriebnahme. Wenn der erste Strom fließt, hat Butendiek die Option, bis zu 50 Prozent der Anteile zurückzukaufen. "Bei `open books´ - also nach Berechnung der tatsächlich entstandenen Kosten", wie Wolfgang Paulsen unterstreicht.
Butendiek lässt sich den Einstieg der Iren bezahlen. Hans Feddersen: "Natürlich erhöht das die Liquidität unserer Gesellschaft." In den nächsten Jahren komme man komfortabel über die Runden, so der ehemalige Banker, der zur Neuner-Runde der Gründungs-Initiatoren gehört. Zudem wird der starke Partner von den Butendiekern erbrachte Leistungen bezahlen.
Dem Eckpunkte-Papier noch zustimmen müssen die 8400 Butendiek-Gesellschafter. Dies soll im März 2007 geschehen. Und dann erst werden die endgültigen Verträge abgeschlossen. Paulsen: "Dies war die Verlobung - dann soll die Hochzeit folgen." Hans-Detlef Feddersen, auch einer der Gründer, geht davon aus, dass die Kommanditisten zustimmen werden: "Auch mit Blick auf die jetzt mögliche Kapitalsicherung."
Für die irischen Windstrom-Spezialisten, die bereits Meeres-Windfarmen in Irland, Nordirland, Schottland und den USA betreiben, bedeutet das Butendiek-Engagement den Einstieg in den deutschen Offshore-Markt. Man habe auch andere Projekte unter die Lupe genommen, so Airtricity-Direktor Louis FitzGerald. Doch wegen des Entwicklungsstadiums und der guten Realisierungschancen habe man sich für die Nordfriesen entschieden. Von den Airtricity-Anteilseignern, den Hausbanken und anderen Kreditgebern werde diese strategische Ausrichtung begrüßt. Für Torben Andersen ist Butendiek ein "Top-Projekt". Der Airtricity-Manager hofft auf Fertigstellung des Parks bis spätestens 2010 - ursprünglich sollten die Butendiek-Mühlen in diesem Jahr ans Netz gehen.
Airtricity will denn nun auch Gas geben. Die Bestimmungen des so genannten Infrastruktur-Beschleunigungsgesetzes (Netzbetreiber müssen Anschlusskosten übernehmen) verbessern nach Ansicht von Hans Feddersen die Chancen für eine zügige Umsetzung der Pläne. Wegen der langen Lieferzeiten von Turbinen müsse man rechtzeitig ordern, so Andersen. Auf einen Anlagen-Typ festgelegt habe sich sein Unternehmen noch nicht: "Wir haben gute Kontakte zu allen Herstellern auf der Welt." Zudem wird die Dubliner Firmenzentrale am Finanzierungkonzept feilen und Windmessungen sowie Meeresgrund-Untersuchungen in Angriff nehmen.
Infobox: Die Partner
Offshore-Erfahrung hat Aitricity (Dublin) mit seinem Windpark Arklow Bank in der irischen See. An Land werden Wind-Farmen in den USA, in Irland, Nordirland und Schottland betrieben.
Die Offshore-Bürger-Windpark-Butendiek-GmbH & Co. KG (Husum) wollte eigentlich in diesem Jahr mit ihrem Projekt ans Netz gehen. Die Baugenehmigung wurde 2002 erteilt. Rund 8400 Gesellschafter - vornehmlich aus Nordfriesland sowie aus dem übrigen Schleswig-Holstein - haben Anteile gezeichnet.
Quelle: Husumer Nachrichten - Thomas Graue
Link zum Thema: www.airtricity.com