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Nordsee-Windpark soll 2009 ans Netz
18.12.2006
Irisches Unternehmen steigt bei Butendiek ein - 600 Millionen Investitionen geplant.
Kiel/Dublin - Schleswig-Holstein bekommt Rückenwind bei der Stromgewinnung auf See: Das irische Energieunternehmen Airtricity will als Partner von 8400 Privatinvestoren den Bürgerwindpark "Butendiek" westlich von Sylt verwirklichen. Investitionen für das Projekt: rund 600 Millionen Euro." Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit Butendiek bereits Ende 2009 ans Netz gehen kann", sagte Airtricity-Vorstandsmitglied Louis Fitzgerald gestern bei der Vorstellung der Partnerschaft in Kiel. Der seit fünf Jahren geplante und schon lange genehmigte Offshore-Park drohte zuletzt an der Finanzierung zu scheitern, weil die Kosten für Komponenten drastisch gestiegen waren und die Suche nach einem Generalunternehmer erfolglos blieb. Mit dem Einstieg der Iren, die über enge Kontakte zu Banken und Zulieferern verfügen, soll Geld kein Problem mehr sein. Nach Angaben von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) könnten durch den Bau der 80 Windkraftanlagen mit je drei Megawatt Leistung 200000 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgt werden. Gleichzeitig würde der Ausstoß von 720000 Tonnen Kohlendioxid vermieden.
Airtricity beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter und betreibt Windparks an Land in den USA, Irland, England und Schottland sowie den Offshore Windpark Arklow Bank in der irischen See.
Geplant ist die Gründung eines neuen Unternehmens, an dem die Iren zunächst 100 Prozent der Anteile halten. Die Butendiek-Eigner - darunter viele Landwirte aus der Region - erhalten jedoch die Option, 50 Prozent der neuen Betreibergesellschaft zu übernehmen. "Damit bleiben wir der Idee eines Bürgerwindparks treu - auch wenn wir sie in reiner Form nicht verwirklichen konnten", sagte Butendiek Gründungsgesellschafter Wolfgang Paulsen. Airticity habe für den Einstieg einen "angemessenen Preis" geboten. Ende April sollen die 8400 Gesellschafter der Offshore Bürgerwindpark Butendiek GmbH & Co. KG über den Einstieg von Airtricity abstimmen.
Insgesamt laufen derzeit beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg Verfahren für 30 Windpark-Projekte - 24 in der Nordsee und sechs in der Ostsee. Von diesen haben 13 in der Nordsee und zwei in der Ostsee bereits eine Baugenehmigung. Auf Grund der gewaltigen Kosten und ungewisser Wirtschaftlichkeit geben Experten jedoch nur wenigen Projekten große Realisierungschancen.
Quelle: Kieler Nachrichten